Login Form

Spannungsausgleich
Verhindert Spannungsspitzen beim Einschalten
LiFeYPo-100Ah
komplett verkabelt
Akkusteuerung-komplett
realisiert mit Bi-stabilem Relais
Akku 160 Ah
mit 2 Temperaturfühlern
Batteriemanagement
aktiv, d.h. verlustfrei und mit Temperaturüberwachung und -steuerung
Akkuzelle
LiFePO4, 3.2V, 200Ah
Batteriecomputer
Touchscreen - alle relevanten Werte

Was ist Sulfatierung?

Sulfate sind Salze, die in der Schwefelsäure durch chemische Reaktionen enstehen. Sulfate bilden sich ausschließlich in Blei-Säure Akkus. Lion oder LiFePO4 Akkus sind davon nicht betroffen.

Arten der Sulfatierung:

Man spricht hier von reversibler (umkehrbarer) und permanenter (unumkehrbarer) Sulfatierung

Wenn ein Bleiakku nicht voll geladen ist, bilden sich kleine Salzkristalle, die sich im Elektrolyt frei bewegen. Dieses ist an sich ein völlig normaler chemischer Vorgang, der auch nicht schädlich ist. Wenn der Akku nach nicht allzu langer Zeit wieder voll geladen wird und auch eine Weile voll geladen bleibt, bilden sich diese Kristalle wieder zurück, gehen also wieder in Lösung. In diesem Fall spricht man von reversibler Sulfatierung.

Problematisch wird es erst, wenn sich diese Kristalle in stabile Kristalline umwandeln die sich wiederum an den Anoden (negative Seite) ablagern. Durch die sich ablagernden Kristalline wird die Oberfläche der Bleiplatten verringert, was einerseits dazu führt, dass die Kapazität einbricht, andererseits der Innenwiederstand des Akkus ansteigt und so auch die zulässigen Ströme immer geringer werden Dieses ist dann die permanente Sulfatierung, die auftritt, wenn ein Akku sich über längere Zeit (Wochen oder sogar Monate) auf einem relativ niedrigen Ladezustand befindet. Bei recht neuen Akkus besteht dann zwar durchaus noch eine kleine Chance, dass die Sulfatierung -zumindest teilweise- durch vollständiges Laden rückgängig gemacht werden kann, ältere Akkus hingegen lassen sich fast nie wirklich wieder auf einen vernünftigen Stand bringen.

Die Mär von den Geräten zur Auflösung der Kristalle:

Diese so genannten "Pulser" werden ja ziemlich intensiv damit beworben, dass sie mittels hochfrequenter Stromstöße die "Kristalle" (es handelt sich aber nicht mehr um Kristalle, sondern um "Kristalline", was ein erheblicher Unterschied ist) von den Bleiplatten ablösen sollen, und so mancher Benutzer schwört auch darauf. Eine so genannte "Universallösung" also...?

Tatsächlich jedoch ist dieses Verfahren eher fragwürdig, wenn nicht gar zweifelhaft. Schon gar nicht ist es in irgendeiner Form wissenschaftlich bewiesen, dass dieses Verfahren wirklich nachhaltig etwas bringt.

Es gibt diverse verschiedene Patente auf diese Geräte, die meisten in den Vereinigten staaten. Aber keine einzige Patentschrift erklärt wirklich schlüssig, welche (chemischen) Prozesse beim "Pulsen" eigentlich genau ablaufen. Der Grund hierfür ist einfach: Sie wissen es nicht. Noch viel weniger wissen die diversen Anbieter solcher Geräte, was beim Pulsen eigentlich wirklich passiert. Stattdessen heben diese Patentschriften überwiegend darauf ab, ihr Verfahren als das allein seligmachende anzupreisen.

Ich weiß es natürlich auch nicht, welche chemischen Prozesse da ablaufen, aber ich will diese Dinger ja auch nicht bauen oder verkaufen.

Warum schwören dann so viele Benutzer drauf? Das ist eigentlich ganz einfach: Durch die hochfrequenten Stromstöße werden tatsächlich Kristalline durch die entstehenden Schwingungen von den Bleiplatten abgelöst. Somit vergrößert sich natürlich zunächst wieder die nutzbare Oberfläche und der Akku scheint sich in einem besseren Zustand zu befinden, als vor dieser Maßnahme. Tatsächlich aber werden diese Kristalline lediglich abgelöst, nicht aufgelöst. Sie schwabbern nun am Boden der Zelle herum und nehmen noch immer das gleiche Volumen ein, wie vorher, was auf Kosten des verfügbaren Volumens des Elektrolyten geht. Gleichzeitig können diese Kristalline, wenn eine entsprechende dicke Schicht am Boden liegt, einen Zellschluss verursachen. Dann ist der Akku ganz sicher nicht mehr zu retten.

Diese so genannten Pulser werden ja auch gern eingesetzt, um eine Sulfatierung bei neuen Akkus von vornherein zu verhindern. Das tun sie auch, aber nicht etwa, weil sie die hochfrequenten Stromstöße auf die Platten geben und eventuell vorhandene Kristalline ablösen, sondern weil diese Stromstöße den Akku laden und es so gar nicht erst zur Sulfatierung kommt.

Darauf, dass einige Batteriehersteller von diesen Pulsern abraten, bzw. sie für ihre Produkte nicht zugelassen haben, wird in der Regel nicht eingegangen.

Will man nun einen alten Akku wieder mehr Leben einhauchen, mag das einmalige "Pulsen" vielleicht hilfreich sein, anschließend jedoch bringt es nichts mehr. Anstelle des Pulsens kann man dann genauso gut den Akku regelmäßiger wirklich voll laden.

Aber auch hier gilt: Der Glaube versetzt Berge! Das geht sogar so weit, dass Besitzer von Gel- oder Vliesakkus davon berichten, ihrem Akku so wieder zum Leben erweckt zu haben. In einem gebundenen Elektrolyt, sei es durch Vliesmatten oder durch Kieselsäure, bringt ein Pulser jedoch ganz sicher keine Verbesserung, weil zum Einen die Schwingungen durch den hochviskosen Elektrolyt (Gel) oder die Vliesmatten (AGM) nahezu völlig absorbiert werden und zum Anderen, weil die Kristalline sich nicht frei bewegen können.

Einer permanenten Sulfatierung kann man am wirksamsten durch ein möglichst zeitnahes vollständiges Wiederaufladen nach Entladung vorbeugen. Damit sind nicht Stunden gemeint, aber nach ein paar Tagen sollte man den Akku schon wieder vollständig aufladen.

Eines noch für Besitzer von Blei-Calcium und LiFePO4 Akkus:

Bei Blei-Calcium Akkus richtet ein Pulser mittelfristig mehr Schaden an, als er (bei einem neuen Akku) bringt, weil die Oxidschicht durch die Schwingungen in Mitleidenschaft gezogen werden kann und sich ablösen kann.

Ein LiFePO4-Akku darf niemals mit einem Pulser beaufschlagt werden, dieses zerstört ihn unweigerlich in kurzer Zeit

Kommentare powered by CComment

Suche